'Médicine pour le Peuple' untersucht das Personal und alle Bewohner eines Pflegeheims

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'Médicine pour le Peuple' (Medizin für das Volk), das Netzwerk der mit der PTB-PVDA verbundenen Gesundheitshäuser, hält medizinische Teams bereit, um das Personal und die Bewohner von Altenheimen im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen.

MPLP

Am 7. April hat 'Médicine pour le Peuple' (MPLP) das gesamte Pflegepersonal und die Bewohner des Pflegeheims Zilverbos in Zelzate (Ostflandern) untersucht. "Altenheime sind der neue kritische Punkt der Pandemie", so die MPLP. Es sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um unsere älteren Menschen und ihre Pflegekräfte zu schützen."

In den Pflegeheimen nimmt die Sorge zu, sowohl bei den Bewohnern als auch beim Personal. Die Verbreitung des Virus nimmt dramatische Züge an. Die Pflegekräfte berichten, dass sie mit Angst im Bauch zur Arbeit gehen", sagt Sofie Merckx, Allgemeinärztin der MPLP und Bundesbeauftragte der PTB-PVDA. Sie haben Angst davor, sich anzustecken und die Krankheit zu übertragen, sobald sie das Virus unwissentlich in sich tragen. Die Zahlen zeigen, dass jeder achte Infizierte über 80 Jahre an dem Virus stirbt. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, eine Ansteckung im Bereich der Altenpflege zu vermeiden. Mit unserem Pilotprojekt lenken wir die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit, so viele Tests wie möglich durchzuführen. Nur so lassen sich die Ausbreitung des Coronavirus stoppen und weitere Tragödien vermeiden."

Testen, testen, testen: auch und vor allem in den Seniorenheimen

"Auf der Grundlage der Ergebnisse können die Bewohner und Mitarbeiter, die das Virus in sich tragen, von den nicht infizierten Personen separiert werden", sagt Anne Delespaul, Allgemeinärztin und Sprecherin von Médecine pour le Peuple. "Für die erste Gruppe können wir angemessene Pflege und Schutz bieten, und für die zweite Gruppe können vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Kontaminationen getroffen werden. Wir hoffen, dass dieses allgemeine Screening so bald wie möglich in allen Pflegeheimen in Belgien repliziert wird."

"Man testet in den Seniorenheimen heute noch sehr selektiv. Das muss sich dringend ändern", betont Anne Delespaul. "Man kann ein Feuer nicht mit verbundenen Augen löschen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt. Dies gilt um so mehr für unsere Seniorenheime. Solange man nicht weiß, ob und wo es Infektionen gibt, weiß man nicht, welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, und das Virus kann sich in dieser besonders gefährdeten Zielgruppe problemlos verbreiten."

'Medicine pour le Peuple' schlägt drei konkrete Maßnahmen vor, die von der Regierung sofort ergriffen werden können:

1. Die Einführung eines standardisierten Screenings auf Covid-19 in allen Pflegeheimen in Belgien für alle Bewohner und Mitarbeiter, einschließlich derer, die keine Symptome zeigen. Mitarbeiter, die positiv getestet werden, müssen zur Behandlung zu Hause bleiben, und Bewohner mit der Krankheit müssen von nicht kontaminierten Bewohnern getrennt werden. Dies erfordert eine deutliche Erhöhung der Screening-Kapazität. Trotz der Versprechungen ist dies nach wie vor unzureichend. Beispiele aus dem Ausland zeigen jedoch, dass dies möglich ist.

2. Sofortige Verstärkung des Personals in den stationären Pflegezentren. Personalmangel ist bereits in normalen Zeiten offensichtlich, und dies gilt heute verstärkt, sobald krankes Personal ersetzt werden und die Pflege neu organisiert werden muss. Hierzu gibt es drei verschiedene Möglichkeiten: Die Aufforderung und die aktive Einbindung der Studierenden in die Gesundheitspflege, die Pflegepraxis sowie in die Medizin; aktive Mobilisierung aller Personen mit medizinischer Ausbildung; und Inanspruchnahme des Fachwissens und der logistischen Unterstützung von Organisationen wie dem Roten Kreuz und Ärzte ohne Grenzen. Heute gibt es Medizinstudenten, die helfen wollen, aber dafür nicht in Anspruch genommen werden.

3. Die Bereitstellung dringend benötigter Schutzausrüstung durch die Einrichtung eines zentral verwalteten staatlichen Inventars, und wo immer es möglich ist, die Umstellung der industriellen Produktion auf die Produktion von Schutzausrüstung sowie die Beschlagnahmung von Lagerbeständen von Händlern mit Mundschutzmasken und Spekulanten. Auf diese Weise kann das gesamte Personal der Pflegeheime jederzeit Masken tragen, um die Verbreitung des Virus zu verhindern.

'Médicine pour le Peuple' plädiert dafür, dass dieses von MPLP durchgeführte Pilotprojekt von der Regierung landesweit durchgeführt wird. "Es handelt sich um die am stärksten gefährdete Bevölkerung", so Sofie Merckx abschließend. "Dies kann auf nationaler Ebene sehr gut organisiert werden. Worauf warten wir noch?"