Sodexo droht mit Entlassungen: PTB-PVDA schlägt 34-Stunden-Woche vor, um Arbeitsplätze zu retten

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PTB.be

Der französische multinationale Konzern Sodexo kündigt an, 380 Arbeiter in Belgien zu entlassen. "Das ist inakzeptabel", entgegnet Raoul Hedebouw, Sprecher der PTB-PVDA. "Diese Menschen gehören zu den Heldinnen und Helden der Krise, die das Gesellschaft am Leben erhalten haben." Ihre Arbeit hat sich für das Unternehmen ausgezahlt, das im Jahr 2019 einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro erzielt hat. Die PTB-PVDA schlägt den Übergang zur 34-Stunden-Woche vor, was die Arbeitsplätze retten würde.

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Die Geschäftsführung von Sodexo kündigte einen Umstrukturierungsplan an, der die Entlassung von 380 von insgesamt 3 500 Beschäftigten in unserem Land vorsieht. "Dieses Vorhaben ist nicht akzeptabel", betonte Raoul Hedebouw. Die Mitarbeiter von Sodexo arbeiten seit Jahren hart für einen bescheidenen Lohn. Auf dem Höhepunkt der Coronavirus-Krise haben zahlreiche von ihnen in Krankenhäusern, Reinigungsdiensten und anderen Frontbereichen gearbeit. Sie gehören zu den Heldinnen und Helden der Krise, die die Gesellschaft während der Eindämmung am Laufen gehalten haben."

"Dank ihres Engagements erwirtschaftet das Unternehmen seit mehr als 10 Jahren auch Millionengewinne”, fügt der Sprecher der PTB-PVDA hinzu: "Aus dem Hauptaktionär ist ein Milliardär geworden. Und sie wollen heute diese Männer und Frauen, diese Helden, wie Kleenex loswerden? Der Rückgang des Geschäftsvolumens ist keine ausreichende Rechtfertigung. Mitarbeiter sind keine Variablen in einer Bilanz. Es gibt andere Möglichkeiten als diese Entlassungen."

Die PTB-PVDA schlägt die kollektive Verkürzung der Arbeitszeit vor. Nach Angaben der Forschungsabteilung der Partei würden bei einer 34-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich nicht weniger als 340 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Raoul Hedebouw erklärt: "Die gegenwärtige Krise ist beispiellos. Sie muss uns dazu bringen, die veralteten liberalen Rezepte zu überprüfen. Wir müssen sozial innovativ sein, um so viele Menschen wie möglich im Boot der Beschäftigung zu halten. Deshalb fordern wir die 34-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich als Alternative für dieses Unternehmen. Die Regierung muss alles in ihrer Macht Stehende tun, um das multinationale Unternehmen zur Vernunft zu bringen. Große deutsche Unternehmen haben diesen Schritt bereits vollzogen, und die IG Metall macht ihn zu einer zentralen Forderung."

Im Jahr 2019 beschäftigte Sodexo 2.873,5 Vollzeitäquivalente (VZÄ) mit insgesamt 109.193 Stunden pro Woche, basierend auf der 38-Stunden-Woche. Bei einem Übergang auf die 34 Stunden pro Woche sind 3211,5 VZÄ erforderlich, um die gleiche wöchentliche Gesamtstundenzahl abzudecken, d.h. fast 340 zusätzliche VZÄ. Die 34-Stunden-Woche würde also heute 340 Arbeitsplätze retten.

Diese Alternative ist durchaus finanzierbar, meint Raoul Hedebouw: "Bis jetzt hat sich der multinationale Konzern Sodexo dafür entschieden, den Aktionären den Vorrang einzuräumen. Es wird Zeit, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter von dem Wohlstand profitieren, den sie produziert haben.

[Notabene: Zwischen 2015 und 2019 konnten die Aktionäre der Gruppe von einer Aktienrendite von durchschnittlich 10,7% jährlich profitieren. Der Gewinn der Gruppe erreichte im Jahr 2019 1,2 Milliarden Euro, und das Gehalt des CEO betrug rund 3,6 Millionen.]