"Wir werden bis zum Ende kämpfen. Die Geschäftsführung von Delhaize muss ihren Plan zurückziehen."

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Die Geschäftsleitung des Einzelhandelsunternehmens Delhaize kündigte an, ihre 128 Filialen in Belgien in Franchiseunternehmen umzuwandeln, was zu einer breit angelegten Streikbewegung führte.

Anik weiß, wofür sie kämpft. Heute arbeitet Anik in einem Delhaize-Supermarkt in Antwerpen, aber davor arbeitete sie in einem Proxy Delhaize, einem Franchisegeschäft. Und die Arbeitsbedingungen sind wirklich nicht dieselben...

"Hier arbeite ich 35 Stunden pro Woche. Bei Proxy waren es 38 Stunden. Und mein Gehalt ist jetzt höher. Als ich hier im Delhaize angefangen habe, habe ich sofort 50 Euro mehr netto im Monat bekommen. Überstunden werden besser bezahlt, und wenn wir den Laden länger offen halten müssen, wird jede zusätzliche Minute bezahlt. Von den Essensgutscheinen, den Rabatten, dem Firmenfahrrad, mit dem ich zur Arbeit fahren kann, ganz zu schweigen... Von all dem können wir bei Proxy nicht einmal träumen".

Der multinationale Konzern Ahold Delhaize hat im Jahr 2022 einen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro erzielt. Im Jahr zuvor erhielten die Aktionäre 1,86 Milliarden Euro. Aber das scheint ihnen immer noch nicht genug zu sein.

Die Beschäftigten von Delhaize haben die volle Unterstützung und Solidarität der PVDA-PTB. Die PVDA-PTB war auch bei der von den Delhaize-Arbeitern organisierten Aktion vor dem Hauptsitz von Delhaize anwesend.

Gegen den von der Unternehmensleitung gewollten Abbau sozialer Strukturen gibt es viel Gegenwehr. "Ich habe mein ganzes Leben lang für Delhaize gearbeitet", sagt Diane bei der Aktion vor der Delhaize-Zentrale in Zellik. "Und meine Tochter auch. Für ihre Zukunft bin ich hier. Das Management will uns nur aus einem Grund verkaufen: um Löhne zu sparen. Aber wir verdienen schon jetzt nicht viel. Meine Tochter hat mit 13,44 Euro pro Stunde angefangen. In den Franchise-Filialen ist es viel weniger. Und dort arbeiten wir 1h30 mehr pro Woche für nichts. Und Sonntagsarbeit ohne Ausgleich... Wo soll das hinführen?"

Sofie Merckx, Fraktionsvorsitzende der PVDA-PTB in der Kammer: "Delhaize will 1 Milliarde bei den Arbeitnehmern einsparen... und verspricht seinen Aktionären BlackRock, Goldman Sachs und Co. 1 Milliarde mehr. Das ist der wahre Grund für ihren Plan. Die Regierung hat keine Einwände. Sie gibt große Erklärungen darüber ab, wie schwer die Arbeit ist, aber wenn es darum geht, Maßnahmen zu ergreifen, wie hier bei Delhaize, sehen wir sie nicht. Ich fordere die Regierung auf, die Demontage bei Delhaize zu stoppen und sich auf die Seite der Arbeitnehmer und nicht auf die der Aktionäre zu stellen."

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