Impfstoff gegen Covid-19: Die PTB-PVDA prangert die Anwesenheit der Pharma-Lobby im Zentrum der europäischen Verhandlungen an

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Die PTB-PVDA prangert die Anwesenheit des ehemaligen Lobbyisten Richard Bergström im Verhandlungsteam der Europäischen Kommission für den Vorabkauf eines Impfstoffs gegen Covid-19 an. Die Partei befürchtet, dass die Präsenz Bergströms zu einem Abkommen führen wird, das den Interessen der Pharmamultis entgegenkommt und zwar auf Kosten der Bürger und der sozialen Sicherheit. Marc Botenga, Europaabgeordneter der PTB-PVDA fordert Transparenz: "Zeigen Sie uns die Verträge."

Marc Botenga

"Die Verträge, die die Europäische Kommission abschließt, sind für multinationale Pharmakonzerne äußerst günstig. Das ist kein Zufall. Mit Richard Bergström ist die Pharma-Lobby innerhalb des europäischen Verhandlungsteams präsent", sagte der PTB-PVDA-Europaabgeordnete. Bergström stand fünf Jahre lang an der Spitze von EFPIA, der Hauptlobby der pharmazeutischen Industrie. Er ist nach wie vor Miteigentümer von PharmaCCX, ein Unternehmen, das im pharmazeutischen Sektor tätig ist. Für die PTB-PVDA besteht ein klarer Interessenkonflikt zwischen Bergströms Lebenslauf und den Verhandlungsaufträgen, die ihm anvertraut sind.

Erste Hinweise auf den Inhalt der durchgesickerten Vorabkauf-Verträge für den Impfstoff deuten auf den Einfluss der Pharma-Lobby auf die Verhandlungen hin. "Die Gefahr ist sehr real, dass die Bürger dreimal für den Impfstoff bezahlen werden", sagt Botenga. Zum ersten Mal durch die Millionen Euro an öffentlichen Geldern, die derzeit in Form von Subventionen die Impfstoffforschung und -entwicklung finanzieren. und ein weiteres Mal durch den Kauf des Impfstoffs selbst. Denn es sind die multinationalen Konzerne, die über den Preis entscheiden, obwohl die Entwicklung des Impfstoffs mit öffentlichen Geldern bezahlt wird. Und ein drittes Mal für die Kompensation im Falle von Nebenwirkungen." In der Tat würden die Verträge sogar eine ganz außerordentliche Klausel enthalten, die eine Befreiung der Pharmaunternehmen von jeglicher finanzieller Verantwortung im Falle von Nebenwirkungen vorsieht.

Als Reaktion auf Presseaufrufe weigerte sich die Europäische Kommission, die Namen der Mitglieder des Verhandlungsteams zu veröffentlichen. Die PTB-PVDA fordert die Europäische Kommission auf, nicht nur die Namen der sieben Verhandlungsführer, sondern auch die Verträge selbst zu veröffentlichen. Marc Botenga ist der Ansicht, dass "die Menschen das Recht haben, zu wissen, welche Verhandlungen in ihrem Namen und mit ihrem Geld vorgenommen werden, vor allem, da es sich um die ganz grundlegende Frage der öffentlichen Gesundheit handelt. Zeigen Sie uns die Verträge. Nennen Sie uns die Namen."

Zur Erinnerung: Die PTB-PVDA hat zusammen mit 12 weiteren linken Parteien europaweit eine Petition gestartet, die vorsieht, den Impfstoff zu einem öffentlichen Gut zu machen – https://www.right2cure.eu/de. "Wir dürfen nicht zulassen, dass multinationale Pharmaunternehmen aus der Pandemie Profit schlagen", beendete Marc Botenga seinen Redebeitrag.